Foto: © Waldhof e.V.
Waldhofakademie Freiburg-Littenweiler
Seit 75 Jahren steht der Waldhof e.V. in Freiburg-Littenweiler für Erwachsenenbildung, kulturellen Austausch und gesellschaftlichen Dialog. In der traditionsreichen Villa am Rande des Schwarzwalds kommen seit Jahrzehnten Menschen unterschiedlichster Generationen und Herkunft zusammen, um gemeinsam zu lernen, zu diskutieren und neue Perspektiven zu entwickeln. Mit einem neuen Leitungsteam und einem geschärften Zukunftskonzept blickt das Haus nun nach vorn – und feiert im September sein Jubiläum.
Die Vision: Zukunftsort der Erwachsenenbildung
„Unsere Vision ist es, den Waldhof zu einem Zukunftsort der Erwachsenenbildung in Baden-Württemberg mit überregionaler und internationaler Ausstrahlung auszubauen“, beschreiben Haferkorn und Heusinger ihr Vorhaben. Der Waldhof soll ein Ort bleiben und werden, an dem Menschen unterschiedlicher Generationen und Professionen miteinander ins Gespräch kommen und gemeinsam über die Zukunft der Gesellschaft nachdenken.
Im Zentrum steht dabei ein bewusster Umgang mit dem historischen Erbe: Die denkmalgeschützte Villa befindet sich in einem guten baulichen Zustand, notwendige Sanierungs- und Modernisierungsmaßnahmen sollen Schritt für Schritt und mit Augenmaß erfolgen. Tradition und Erneuerung sollen sich so nicht ausschließen, sondern ergänzen.
Der Waldhof in Freiburg-Littenweiler entstand 1896/97 als herrschaftliche Villa des Berliner Fabrikanten Rudolf Henneberg und ging später an den Freiburger Chemiker Franz Karl Wilhelm Gaeß über. 1950 erwarb Joseph Epp, später Ministerialdirigent im baden-württembergischen Kultusministerium, das Anwesen und wandelte es nach dem Vorbild skandinavischer Heimvolkshochschulen in eine Bildungseinrichtung um: 1951 eröffnete das Volksbildungsheim Waldhof e.V., das zugleich Sitz des Sekretariats der südbadischen Volkshochschulen wurde und bis in die 1980er-Jahre als Zentrum der Lehrerfortbildung diente; 1984 kam ein Gästehaus im Park hinzu. Seit 2010 firmiert der gemeinnützige Verein als „Akademie für Weiterbildung“ und bietet, getragen von Träger- und Förderverein und gefördert vom Land Baden-Württemberg, bis heute Kurse und Seminare für Teilnehmende aus aller Welt an.
Neue Formate, neue Partnerschaften
Neben den bewährten Angeboten sollen neue Bildungsformate aus Wissenschaft, Politik und Philosophie entstehen, die Themen wie gesellschaftliche Transformation, Demokratie, Nachhaltigkeit, Innovation und kulturelle Bildung miteinander verbinden. Ausgebaut werden soll außerdem der Tagungs- und Seminarbetrieb, ergänzt durch ein wachsendes Kulturprogramm mit Konzerten, Lesungen, Ausstellungen und einem regelmäßigen Montagssalon als offenem Diskussionsforum. Themen-Brunches am Sonntagmorgen sollen künftig Wissenschaft, Kultur und Bürgerschaft ins Gespräch bringen.
Gestärkt werden soll der Waldhof auch durch neue nationale und internationale Kooperationen – geplant beziehungsweise im Aufbau sind Partnerschaften mit der Musikhochschule Freiburg, der Universität und der Pädagogischen Hochschule Freiburg sowie mit der Concordia University in Montreal, der Harvard University, der Vilnius University und der University of Cambridge. Konzerte, Vorträge und digitale Angebote sollen die Sichtbarkeit des Hauses zusätzlich stärken.
Neue Leitung mit klarem Kurs
Die Geschicke des Waldhofs leiten künftig Ina Haferkorn (Vorstand) und Detlef Heusinger (Geschäftsführer). Beide bringen unterschiedliche Erfahrungen aus Kultur, Bildung und Organisationsentwicklung mit und wollen das Haus gemeinsam in eine wirtschaftlich stabile und inhaltlich starke Zukunft führen.
75 Jahre Waldhof: Jubiläumsfest vom 12. bis 20. September
Anlass zur Freude bietet in diesem Jahr das 75-jährige Bestehen des Waldhofs. Vom 12. bis 20. September 2026 lädt der Verein zu einer ganzen Festwoche mit vielfältigem Programm ein – von Musik und Lesungen über Diskussionsformate bis zu Angeboten für Kinder.
Den Auftakt bildet am Samstag, 12. September, ein Eröffnungskonzert mit hochkarätiger Besetzung wie Inga Schäfer (Sopran) und Jakob Kunath (Bariton) und einem Vortrag von Prof. Dr. Werner Mezger mit dem Titel „Zur Resilienz der Dummheit“. Am Folgetag steht unter anderem ein Demokratie-Workshop, ein Liederabend mit Schuberts „Winterreise“ sowie Poetry Slam zum Thema Demokratie auf dem Programm. In der zweiten Festwoche folgen eine Baumführung mit Skulpturenausstellung im Park, eine Lesung über Bäume und Demokratie, ein Konzert unter dem Titel „Stimmen des Waldes“ sowie ein Abend mit Freiburger Bands und Chören. Zum Abschluss am Sonntag, 20. September, gibt es einen Brunch, ein partizipatives Gesprächsformat am „Runden Tisch“, eine öffentliche Diskussion mit dem neuen Leitungsteam sowie ein Zirkusprojekt für Kinder.
Die Veranstaltungen der Jubiläumswoche sind kostenlos zugänglich, um Spenden wird gebeten. Weitere Informationen und aktuelle Änderungen gibt es telefonisch unter 0761-67134 sowie unter www.waldhof-freiburg.de. Anmeldungen werden ab sofort entgegengenommen.
